Restschmutzvermeidung durch perfekte Gebindereinigung

14.10.11 [Referenzen]

Steigende Reinheitsanforderungen im Automobilbau machen es erforderlich, nicht nur die Teile selbst, sondern auch die Transportgebinde zu reinigen.

Mithilfe einer vom Teilereinigungsexperten MAP PAMMINGER projektierten, kundenspezifisch angepassten Bupi Cleaner Rhönrad-Reinigungsanlage erfüllt die APF Produktionsdienstleistungs GmbH als Zulieferer mit höchstem Qualitätsanspruch auch die schärfsten Restschmutzanforderungen.

Die oberösterreichische Stiwa-Gruppe ist vor allem als Entwickler und Hersteller Komplettlösungen mit Zuführsystemen, Materiallogistik und Palettierungen, Montageund Prozessmodulen und dem passenden Verkettungssystem bekannt. Besonders deren Flexibilität, mit den Aufgabenstellungen der Kunden mitzuwachsen, gestattet die bedarfsgerechte Erweiterung der Automation entsprechend den Kundenerfordernissen.

Weniger bekannt ist, dass das Stiwa-Konzernunternehmen APF Produktionsdienstleistungs GmbH in Gampern bei Vöcklabruck in der europäischen Automobil- und Fensterindustrie als hoch geschätzter Partner gilt. Basis für kostenoptimale und qualitativ hochwertige Produkte sind Erfahrung und Know-how in den wichtigen Fertigungstechnologien Laserschweißen, Spritzgießen, Stanzen und Montage.

Reinheit entsteht nicht nur am Teil

Hoch sind die Ansprüche an die Qualität der Produkte, die mit großer Fertigungstiefe im Werk Gampern gefertigt werden. Hoch sind auch die Ansprüche an die Reinheit der Teile. „Ein neuer Großauftrag eines deutschen Autoherstellers für Getriebeteile war mit einer Restschmutzanforderung versehen, die nur durch Behandlung der Teile selbst nicht mehr zu lösen wäre“, sagt Johannes Pichlmann. Er ist bei APF in Gampern für die Qualitätsund Fertigungsplanung verantwortlich. „Die saubersten Teile werden oft durch die mehrfach verwendeten Transportgebinde verunreinigt. Es war daher naheliegend, diese Gebinde zu reinigen.“

Allerdings war die Ausgangslage alles andere als einfach, als APF zu Beginn des Jahres 2010 begann, ein Anforderungsprofil zu erstellen: Die zu reinigenden Gebinde haben die unterschiedlichsten Abmessungen, ihre Größe reicht von handlichen Schachteln bis zur europalettengroßen Big Box. Dazu kam die Raumnot, denn in der Haupthalle war kein Platz mehr zwischen den einzelnen Produktionseinrichtungen. Also war klar, dass die Gebindereinigung im Keller stattfinden muss, wo auch ausreichend Manipulationsflächen für die Leergebinde geschaffen werden konnte.

Genaue Anforderungsprüfung optimiert Ergebnis

Alle namhaften Anbieter von Teilereinigungsanlagen nahmen die Herausforderung an und legten entsprechende Angebote. „Die Firma MAP PAMMINGER drang tiefer in unsere Problemstellung ein“, weiß Johannes Pichlmann. „Die herstellerunabhängigen Reinigungsprofis waren nicht auf ein Fabrikat oder eine Type fixiert und wollten alles ganz genau wissen, bevor sie sich für eines der zahlreichen Reinigungsprinzipien aus ihrem breiten Portfolio entschieden.“

Über Besuche zur Ermittlung der bestmöglichen Einbindung in den Gesamtprozess bis zu Reinigungsversuchen mit Originalgebinden in unterschiedlichen Maschinen reichten die Vorbereitungen von MAP PAMMINGER, die schließlich zum Angebot einer Bupi Cleaner Rhönrad-Reinigungsanlage mit kundenspezifischer Zuführungs-Automatisierung führten.

Alle anderen Kandidaten hatten das angeboten, was wir in der Erstellung des Lastenheftes für das Beste angesehen hatten, nämlich eine Durchlaufreinigungsanlage“, berichtet Johannes Pichlmann. „Die hätte zwar den Vorteil, dass sie - eventuell sogar mannlos – direkt in den Umlauf eingetaktet werden könnte.“ Allerdings sind die Transportbehälter alles andere als glatt. Sie haben, meist an fünf Seiten, Verstrebungen und Hinterschnitte, hinter denen sich Öl und Schmutz schwer erreichbar ablagern können. „Und unsere Anforderungen an das Reinigungsergebnis waren eindeutig“, so der Qualitätsplaner weiter.

Richtige Lösung flexibel angepasst

„Um die Bildung von Schmutznestern ausschließen zu können, müssen die Teile gedreht werden“, erklärt der für APF zuständige MAP-Außendienstmitarbeiter Johann Pühretmair. „Dazu ist bei dieser Dimension am besten eine Rhönradanlage geeignet.“ In dieser wird der Korb mit dem Reinigungsgut vertikal gedreht, während die Reinigungsflüssigkeit aus Düsen von drei Seiten kommt. Bei der angebotenen Anlage handelt es sich um eine Doppelbad-Anlage des österreichischen Herstellers Bupi Cleaner.

Um Aufstellfläche zu sparen, haben solche Anlagen üblicherweise eine nach oben zu öffnende Schiebetür. Das war im Fall von APF nicht praktikabel, da im Keller die dafür erforderliche Raumhöhe fehlte. Hier bewährte sich die Flexibilität des unternehmergeführten mittelständischen Herstellers, der sehr rasch eine bedarfsgerechte Sonderlösung mit seitlicher Öffnung der Schiebetür realisieren konnte.

Kundenspezifische Anpassungen waren auch im Bereich der Anlagenbeschickung erforderlich, denn im Sinne einer optimalen Anlagenausnutzung und eines hohen Durchsatzes wurde eine Zuführungs-Automatisierung vorgeschaltet. Sie erlaubt die hauptzeitparallele Bestückung eines Korbes in angenehmer Arbeitshöhe, während der zweite Korb in der Maschine ist. Der Höhenunterschied zwischen Manipulation und Reinigung überbrückt eine Liftanlage für den vollen Korb.

„Seit Jänner 2011 ist die Anlage in Betrieb, und genau so lange läuft sie bereits problemlos“, freut sich Johannes Pichlmann. „Dennoch ist es gerade in der Anfangsphase des Umganges mit etwas Neuem ein nicht zu unterschätzender Vorteil, dass Lieferant und Hersteller in kurzer Entfernung und ohne Sprachbarriere dazwischen greifbar sind.“